Jahreskreisfeste 2026 und 2027 im Jahresrad der Kelten
Alle acht keltischen Feste mit Terminen, Ritualen und Bräuchen
- 1.Was die acht Jahreskreisfeste sind
- 2.Keltisch, germanisch oder heidnisch: wie die Feste zusammenhängen
- 3.Warum die Termine wandern: Sonne, Mond und der 22. Dezember
- 4.Imbolc (1. Februar)
- 5.Ostara (20. März)
- 6.Beltane (1. Mai)
- 7.Litha (21. Juni)
- 8.Lughnasadh (1. August)
- 9.Mabon (23. September)
- 10.Samhain (31. Oktober)
- 11.Yule (21. Dezember)
- 12.Räuchern zu den Jahreskreisfesten
- 13.Von Imbolc zu Lichtmess: was das Christentum übernommen hat
Die acht Jahreskreisfeste sind ein Rad aus vier Sonnenfesten und vier dazwischenliegenden Kraftfesten, das den natürlichen Zyklus eines Jahres abbildet. Kelten und Germanen haben daran abgelesen, wann gesät, geerntet, gefeiert und geruht wird. Wer heute danach lebt, bekommt einen Takt geschenkt, der älter ist als jeder Kalender an der Wand.
Ob Imbolc im eisigen Februar, das feurige Beltane oder das dunkle Samhain: jedes Fest hat seinen eigenen Klang. In diesem Beitrag findest du alle Termine für 2026 und 2027, die Bräuche hinter jedem Fest und das Räucherwerk zu den Jahreskreisfesten, mit dem wir sie in unserer Leipziger Bio-Gärtnerei begleiten.
Fest | 2026 | 2027 | Deutsche Bezeichnung |
|---|---|---|---|
1. Februar | 1. Februar | Lichtmess | |
20. März | 20. März | Frühlings-Tagundnachtgleiche | |
1. Mai | 1. Mai | Walpurgisnacht, Fest der strahlenden Sonne | |
21. Juni | 21. Juni | Sommersonnenwende, Mittsommer | |
1. August | 1. August | Schnitterfest, Lammas, 1. Erntedankfest | |
23. September | 23. September | Herbst-Tagundnachtgleiche, 2. Erntedankfest | |
31. Oktober | 31. Oktober | Keltisches Neujahr, Halloween, 3. Erntedankfest | |
21. Dezember | 22. Dezember | Julfest, Wintersonnenwende |
Tipp: Tippe auf ein Fest, um direkt zum passenden Blogbeitrag zu springen. Achte auf Yule: 2027 fällt die Wintersonnenwende auf den 22. Dezember, nicht auf den 21.
Was die acht Jahreskreisfeste sind
Die acht Jahreskreisfeste teilen das Jahr in acht ungefähr gleich lange Abschnitte von rund sechs Wochen. Vier davon sind astronomisch festgelegt: die beiden Sonnenwenden im Juni und Dezember und die beiden Tagundnachtgleichen im März und September. Sie markieren die Eckpunkte des Sonnenlaufs und wandern deshalb jedes Jahr um ein paar Stunden.
Genau dazwischen liegen die vier Kraftfeste: Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain. Sie hängen nicht an der Sonne, sondern am bäuerlichen Jahr, und tragen deshalb feste Kalenderdaten. Diese vier gelten als die eigentlich keltischen Feste, sie sind aus irischen und schottischen Quellen überliefert.

Die Namen wirken auf den ersten Blick durcheinander, weil sie aus verschiedenen Sprachen stammen. Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain sind altirisch. Yule kommt aus dem Nordgermanischen, Ostara aus dem Althochdeutschen. Litha und Mabon sind die jüngsten Namen im Rad: sie wurden erst im 20. Jahrhundert vergeben, um auch den beiden verbleibenden Sonnenfesten einen Namen zu geben.
Wie sich die acht Feste aufteilen
- Vier Sonnenfeste: Ostara, Litha, Mabon und Yule. Termin richtet sich nach dem Stand der Sonne.
- Vier Kraftfeste: Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain. Feste Kalenderdaten, jeweils am Monatsanfang oder am Monatsende.
- Drei Erntefeste: Lughnasadh, Mabon und Samhain bilden zusammen den Erntedank des Jahreskreises, vom ersten Korn bis zur letzten Frucht.
Keltisch, germanisch oder heidnisch: wie die Feste zusammenhängen
Wer nach heidnischen Festen sucht, landet fast immer bei denselben acht Terminen. Das Rad, wie wir es heute kennen, ist trotzdem keine ungebrochene Überlieferung aus der Eisenzeit, sondern eine Zusammenstellung aus dem 20. Jahrhundert. Der englische Autor Ross Nichols und der Wicca-Begründer Gerald Gardner haben in den 1950er Jahren die vier keltischen Kraftfeste mit den vier germanisch geprägten Sonnenfesten zu einem gemeinsamen Kalender verbunden. Im englischen Sprachraum heißt er bis heute Wheel of the Year, das Rad des Jahres.
Das macht die Feste nicht weniger echt, es ordnet sie nur ein. Die keltischen Wurzeln liegen bei Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh, für die es echte frühmittelalterliche Belege aus Irland gibt. Die germanische Linie steuert Yule und Ostara bei. Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen wiederum wurden in ganz Europa gefeiert, lange vor Kelten und Germanen: die Steinsetzungen von Stonehenge und Newgrange sind darauf ausgerichtet.
Die 12 Rauhnächte gehören nicht zu den acht Jahreskreisfesten, auch wenn sie oft in einem Atemzug genannt werden. Sie schließen sich an Yule an, laufen zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar und stammen aus germanischem sowie mitteleuropäischem Brauchtum. Wer den Jahreskreis mit den Rauhnächten verbindet, feiert also zwei Traditionen, die sich zeitlich berühren, aber verschiedene Wurzeln haben.
Für dein eigenes Feiern spielt die Herkunftsfrage am Ende eine kleinere Rolle, als es die Debatte vermuten lässt. Der Jahreskreis funktioniert, weil er an etwas hängt, das jeder nachprüfen kann: an Licht, Wärme und Ernte. Ob du ihn keltisch, germanisch oder einfach naturverbunden nennst, ändert nichts daran, dass es Anfang Februar heller wird und Ende Oktober die Nächte kippen.
Warum die Termine wandern: Sonne, Mond und der 22. Dezember
Die vier Sonnenfeste haben kein festes Datum, weil das Sonnenjahr rund sechs Stunden länger dauert als die 365 Tage unseres Kalenders. Jedes Jahr rutscht der exakte Zeitpunkt deshalb um etwa sechs Stunden nach hinten, bis ein Schaltjahr ihn wieder zurückholt. Meistens bleibt das Datum trotzdem gleich. Manchmal springt es aber, und genau das passiert bei Yule: 2026 fällt die Wintersonnenwende auf den 21. Dezember, 2027 erst auf den 22. Dezember.
Sonnenfest | 2026 (deutsche Zeit) | 2027 (deutsche Zeit) |
|---|---|---|
Ostara, Frühlings-Tagundnachtgleiche | 20. März, 15:45 Uhr | 20. März, 21:24 Uhr |
Litha, Sommersonnenwende | 21. Juni, 10:24 Uhr | 21. Juni, 16:10 Uhr |
Mabon, Herbst-Tagundnachtgleiche | 23. September, 02:05 Uhr | 23. September, 08:01 Uhr |
Yule, Wintersonnenwende | 21. Dezember, 21:50 Uhr | 22. Dezember, 03:42 Uhr |
Daneben gibt es eine zweite Zählweise, die vor allem in Ritualgruppen gepflegt wird: die Datierung nach dem Mond. Dabei werden die vier Kraftfeste nicht auf ihr Kalenderdatum gelegt, sondern auf den nächsten Voll- oder Neumond. Samhain wird dann als Dunkelmondfest gefeiert und rutscht in den November, Imbolc wandert auf den zweiten Vollmond nach Yule. Beide Wege sind gebräuchlich, und keiner ist falscher als der andere.
Wir halten uns in unserem Kalender an die verbreiteten Sonnendaten, weil sie sich planen lassen und weil die meisten Menschen genau danach suchen. Wenn du lieber nach dem Mond feierst, nimm die Tabelle oben als Rahmen und such dir den passenden Mondtermin in der Woche davor oder danach.
Imbolc (1. Februar)
Imbolc, gefeiert am 1. Februar, markiert das Ende des tiefen Winters und den ersten zaghaften Schritt Richtung Frühling. Das Fest steht im Zeichen des Lichts und der Reinigung. Es ist der Moment, in dem wir das Dunkel hinter uns lassen und das wiederkehrende Licht willkommen heißen. Der Name bedeutet so viel wie „im Bauch" und meint die trächtigen Mutterschafe, deren Milch nach dem Winter zurückkehrt.

Traditionell wird Imbolc mit Feuer und Kerzen gefeiert, um die wachsende Kraft der Sonne zu zeigen. Die Kelten sahen darin nicht nur ein Signal an den Winter, sondern auch an das eigene innere Feuer. Wie du das Fest Schritt für Schritt begehst, führen wir dir im ausführlichen Beitrag zu Imbolc vor.
Typische Bräuche und Rituale
- Hausreinigung: Eine gründliche Reinigung des Hauses steht für den Wunsch nach einem Neuanfang und frischer Energie im neuen Jahreszyklus.
- Kerzenrituale: Zünde weiße Kerzen an, um das zunehmende Licht zu feiern. Das hilft dir, die Dunkelheit des Winters hinter dir zu lassen.
- Brigid-Kreuz: Ein Kreuz aus Stroh oder Zweigen zu flechten, ist ein altes Symbol für Schutz und Segen. Häng es auf, um den Segen der Göttin Brigid zu empfangen.


Räuchermischung


Räuchermischung
Das Flechten eines Brigid-Kreuzes lässt sich schwer beschreiben und leicht zeigen. Im folgenden Video entsteht eines Schritt für Schritt, du brauchst dafür nur ein paar Halme oder dünne Zweige.

Brigid Kreuz zu Imbolc - Anleitung Tutorial - selber basteln - Keltisches Symbol
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Ostara (20. März)
Ostara, das zur Frühlings-Tagundnachtgleiche gefeiert wird, ist das Fest des Gleichgewichts und der Erneuerung. Tag und Nacht sind jetzt gleich lang, und die Natur erwacht zu neuem Leben. Die Kelten sahen darin den Beginn des fruchtbaren Frühlings, eine Zeit, in der das Leben wieder sprießt und wächst.
Dieses Fest steht ganz im Zeichen von Fruchtbarkeit, Wachstum und Wiedergeburt. Es ist der Moment, um Pläne zu schmieden und Projekte zu starten, die im Laufe des Jahres Früchte tragen sollen. Alles zu Bräuchen, Symbolen und Ritualen sammeln wir dir im Beitrag zu Ostara.


Räuchermischung


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Bräuche und Rituale
- Eier dekorieren: Eier sind das Symbol der Fruchtbarkeit und des Neubeginns. Das Bemalen und Segnen von Eiern ehrt den neuen Lebenszyklus.
- Frühlingsaltar: Gestalte einen Altar mit frischen Blumen, grünen Zweigen und Gegenständen, die den Frühling für dich zeigen.
- Gartenarbeit: Pflanze die ersten Samen oder bereite dein Beet für die Saison vor. Gartenarbeit zu Ostara steht für die Vorbereitung auf Wachstum und Ernte.

Wenn du zu Ostara säen willst, findest du bei unserer Schwestermarke das passende Saatgut aus biologischem Anbau.
Beltane (1. Mai)
Beltane, auch bekannt als Walpurgisnacht, wird in der Nacht zum 1. Mai gefeiert und ist das keltische Fest der Fruchtbarkeit, der Lebensfreude und des Feuers. Diese Nacht markiert den Beginn des Sommerhalbjahres und ist erfüllt von feurigen Ritualen und Tänzen. Der Name geht auf den Lichtgott Bel zurück und bedeutet „helles Feuer".
Die Walpurgisnacht gilt als die Nacht der Hexen. In dieser Zeit glaubte man, dass die Grenzen zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt durchlässiger sind. Es war eine Nacht voller Magie, in der sich die Menschen um große Feuer versammelten, um Unheil fernzuhalten und sich den Schutz der Götter zu sichern.
Das Feuer der Walpurgisnacht
Ein Feuer zu entzünden gehört einfach dazu. Ob großes Lagerfeuer oder ein paar Kerzen: das Licht soll die Dunkelheit vertreiben und das neue Leben begrüßen. In manchen Traditionen springt man über das Feuer, um sich Segen und Fruchtbarkeit zu sichern. Wie ein Beltane-Ritual heute abläuft, zeigen wir dir im Beitrag zu Beltane.


Räuchermischung


Räuchermischung
Tanz um den Maibaum
Ein weiteres schönes Ritual ist der Tanz um den Maibaum. Dieser bunt geschmückte Baum steht für Wachstum und Fruchtbarkeit. Die Bänder, die um den Baum gewickelt werden, stehen für die Verbindung von Himmel und Erde, kurz gesagt für das Leben selbst.

Litha (21. Juni)
Litha, die Sommersonnenwende, ist das Fest des Lichts und der Fülle. An diesem Tag steht die Sonne am höchsten, und wir erleben den längsten Tag des Jahres. Die Natur ist in voller Blüte, die Kräuter stehen in ihrer stärksten Kraft. Von hier an werden die Tage wieder kürzer, deshalb hat Litha immer auch einen wehmütigen Unterton.

Sonnenwende-Rituale
Beginne den Tag mit dem Sonnenaufgang, ein kraftvoller Moment, um das Licht zu feiern. Ein kleines Sonnwendfeuer am Abend verbindet dich mit den alten Traditionen. Auch das Ernten von Kräutern, die jetzt besonders kraftvoll sind, gehört zum Fest: Johanniskraut heißt nicht umsonst Sonnwendkraut. Alle Rituale rund um die Sommersonnenwende haben wir im Beitrag zu Litha gesammelt.


Räuchermischung


Räucherkraut
So feierst du Litha
Litha lässt sich wunderbar im Freien genießen. Ob bei einem Spaziergang, einem Picknick im Garten oder beim bewussten Genießen des langen Abends: dieser Tag erinnert daran, wie kostbar die hellen Stunden sind.

Das Litha-Fest - Kräuter und Lebensfreude zur Sommersonnenwende - heidnische Jahreskreisfeste feiern
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Lughnasadh (1. August)
Lughnasadh, auch Lammas oder Schnitterfest genannt, wird am 1. August gefeiert und ist das erste Erntefest des Jahres. Die Felder sind voll, die ersten Körner werden geschnitten, und überall liegt der Duft von frischem Brot in der Luft. Benannt ist es nach dem irischen Gott Lugh, der es der Überlieferung nach zu Ehren seiner Ziehmutter Tailtiu gestiftet hat.

Zeit für Dankbarkeit
Lughnasadh ist der Moment, um innezuhalten und bewusst Danke zu sagen: für die Ernte, für das Erreichte und für die kleinen Dinge. Die Kelten feierten mit Festen, bei denen frisches Brot gebacken und geteilt wurde. Was du daraus für dein eigenes Ritual mitnehmen kannst, steht im Beitrag zu Lughnasadh.


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Traditionen, die verbinden
- Brot backen: Frisches Brot aus den ersten Körnern des Jahres zu backen, ist eine schöne Tradition. Sie erinnert daran, dass aus kleinen Samen große Dinge wachsen.
- Ernte-Dank-Ritual: Gib der Natur etwas zurück. Ob ein Stück Brot, ein paar Früchte oder ein paar dankbare Gedanken: es geht darum, den Kreislauf zu ehren.
- Gemeinsames Essen: Lade Freunde oder Familie zu einem Essen im Freien ein und feiert die Früchte eurer Arbeit.

7. Jahreskreisfest: Lughnasadh | Lammas | Schnitterfest 1. August | Podcast #83
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Mabon (23. September)
Mabon, die Herbst-Tagundnachtgleiche, markiert den Moment, in dem Tag und Nacht wieder im Gleichgewicht stehen. Es ist die Zeit der zweiten Ernte, in der wir die Fülle des Jahres würdigen und uns auf die stilleren Monate vorbereiten. Ab jetzt gewinnt die Dunkelheit die Oberhand.

Warum Mabon feiern
Mabon lädt ein, innezuhalten und die Balance im eigenen Leben zu suchen. Gefeiert wird nicht nur, was auf dem Feld gewachsen ist, sondern auch, was du selbst im Jahr zustande gebracht hast. Wie ein Mabon-Ritual aussehen kann, führen wir dir im Beitrag zu Mabon vor.


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Räucherharz
Einfaches Ritual
Zünde eine Kerze an, leg Herbstfrüchte auf einen Altar und nimm dir einen Moment für das, wofür du dankbar bist. Eine kurze Meditation hilft dir, bei den Energien von Mabon anzukommen.

Mabon Meditation: Dankbarkeit & Harmonie (Jahreskreisfest) 🍂🍁🍎
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Samhain (31. Oktober)
Samhain, gefeiert am 31. Oktober, ist das mystischste Fest im keltischen Jahreskreis. Es markiert das Ende des alten und den Beginn des neuen keltischen Jahres, ist also das keltische Neujahr. Der Name bedeutet schlicht „Sommerende". Die Nächte werden länger, und der Überlieferung nach wird die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Ahnen dünn.

Die Magie der Ahnen
Samhain ist die Zeit, um die Ahnen zu ehren. Ein einfacher Ahnenaltar mit Fotos und Kerzen hilft dir, diese Verbindung zu spüren. Zünde eine Kerze an und denk an die, die vor dir gegangen sind. Den ganzen Ablauf beschreiben wir im Beitrag zu Samhain.


Räuchermischung


Räuchermischung
Altes loslassen
Nutz die Energie von Samhain, um Altes hinter dir zu lassen. Schreib auf, was gehen darf, und verbrenne den Zettel in einer kleinen Zeremonie. So schaffst du Platz für das kommende Jahr.

Samhain und die dunkle Jahreszeit
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Yule (21. Dezember)
Yule, die Wintersonnenwende, ist das Fest der Hoffnung und der Wiedergeburt. Es ist der kürzeste Tag des Jahres, aber genau ab diesem Moment werden die Tage wieder länger. Das Licht kehrt zurück. 2026 fällt Yule auf den 21. Dezember, 2027 auf den 22. Dezember: die Sonnenwende wandert, deshalb lohnt der Blick in den Kalender.

Was Yule besonders macht
Yule erinnert daran, dass nach jeder Dunkelheit wieder Licht kommt. Es ist eine Zeit, um innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Vieles daran kommt dir bekannt vor: Tannengrün, Kerzen und der geschmückte Baum sind ältere Bräuche, als der Dezember vermuten lässt. Woher sie stammen, erzählen wir im Beitrag zum Julfest.


Räuchermischung


Räuchermischung
Wie du Yule feiern kannst
- Kerzen anzünden: Am Abend Kerzen anzuzünden, ist eine einfache, aber bedeutungsvolle Tradition. Sie stehen für das zurückkehrende Licht.
- Yule-Altar: Gestalte einen kleinen Altar mit Tannenzweigen, Zapfen und Kerzen. Füge Dinge hinzu, die für dich den Neuanfang zeigen.
- Wunschritual: Schreibe deine Wünsche fürs kommende Jahr auf kleine Zettel und verbrenne sie im Yule-Feuer oder an einer Kerze.

Das Julfest | Geschichte Kompakt
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Räuchern zu den Jahreskreisfesten
Räuchern und Jahreskreis gehören zusammen, weil beide dasselbe tun: sie machen einen Übergang spürbar. Ein Duft markiert den Moment, in dem etwas endet und etwas anderes beginnt, und genau darum geht es an jedem der acht Feste. Deshalb bauen wir in unserer Leipziger Bio-Gärtnerei für jedes Fest eine eigene Mischung, abgestimmt auf das, was zu dieser Zeit des Jahres wächst.
Du brauchst dafür keine Ausrüstung und kein Vorwissen. Eine feuerfeste Schale, etwas Sand, ein Stück Räucherkohle und eine Handvoll Räucherkräuter reichen. Wenn du ganz neu einsteigst, führen wir dich in unserer Anleitung zum richtigen Räuchern Schritt für Schritt durch dein erstes Ritual.
Fest | Was in unserer Mischung steckt | Wofür das Fest traditionell steht |
|---|---|---|
Imbolc | Beifuß, Johanniskraut, Kiefernharz, Mädesüßblüten, Thymian | Reinigung und zurückkehrendes Licht |
Ostara | Birke, Copal Blanco, Eisenkraut, Holunderblüten, Kalmuswurzel, Rosmarin, Waldmeister | Aufbruch und neues Wachstum |
Beltane | Birke, Eichenrinde, Kiefernharz, Königskerze, Ringelblume, Rosmarin, Wacholder | Lebensfreude und Feuer |
Litha | Beifuß, Eichenrinde, Eisenkraut, Johanniskraut, Kiefernharz, Ringelblume, Wacholder | Sonnenkraft auf ihrem Höhepunkt |
Lughnasadh | Alantwurzel, Beifuß, Johanniskraut, Kamille, Königskerze, Salbei, Schafgarbe | Dank für die erste Ernte |
Mabon | Beifuß, Fichtenharz, Holunderbeeren, Hopfenblüten, Wacholderbeeren, Wacholderspitzen, Zedernnadeln | Gleichgewicht und Erdung |
Samhain | Beifuß, Erdrauch, Johanniskraut, Orangenschalen, Rosmarin, Wacholderbeeren, Zirbenspäne | Ahnen ehren und Schwellen begehen |
Yule | Beifuß, Erdrauch, Fichtenharz, Johanniskraut, Mistel, Myrrhe, Zirbenspäne | Schutz und Wiederkehr des Lichts |
Ein Kraut fällt dabei auf: Beifuß steckt in sechs von acht Mischungen. Er gilt im mitteleuropäischen Brauchtum als das Räucherkraut schlechthin, herb und warm im Duft, und trägt deshalb durch das ganze Rad. Was daneben liegt, wechselt mit der Jahreszeit: im Frühjahr Blüten und junge Birke, im Herbst Beeren, Harze und Nadeln. Welches Kraut wofür steht und wie es riecht, haben wir für die wichtigsten Sorten in unserer Übersicht zur Wirkung von Räucherkräutern zusammengetragen. Fertig abgestimmte Mischungen für jedes einzelne Fest findest du in unseren Räuchersets, wenn du lieber komplett startest.
Von Imbolc zu Lichtmess: was das Christentum übernommen hat
Viele Jahreskreisfeste haben ein christliches Gegenstück, das auf denselben Tag oder auf dieselbe Woche fällt. Das ist kein Zufall. Als das Christentum sich in Europa ausbreitete, wurden bestehende Feiertage seltener verboten als vielmehr umgedeutet und weitergeführt.
Die auffälligsten Paare
- Imbolc und Mariä Lichtmess: beide am 2. Februar, beide Feste der Kerzen und des zunehmenden Lichts. Aus der Göttin Brigid wurde die heilige Brigida von Kildare.
- Samhain und Allerheiligen: der Abend vor Allerheiligen ist bis heute All Hallows' Eve, kurz Halloween. In beiden Traditionen geht es um die Verstorbenen.
- Yule und Weihnachten: das Fest der Wiederkehr des Lichts liegt wenige Tage vor dem Fest der Geburt Christi. Tannengrün, Kerzen und der Julbock haben den Wechsel überlebt.
- Lughnasadh und Erntedank: der Dank für die erste Ernte findet sich in den Erntedankfesten der Kirchengemeinden wieder.
Für dich heißt das vor allem eines: du musst dich nicht entscheiden. Wer im Dezember einen Adventskranz anzündet und zur Sonnenwende eine Kerze für die Rückkehr des Lichts stellt, feiert nicht zwei widersprüchliche Dinge, sondern zwei Schichten derselben alten Beobachtung.
Die keltischen Jahreskreisfeste geben dir einen Rhythmus, der nicht von Terminen und Deadlines bestimmt wird, sondern von Licht, Wärme und Ernte. Jedes Fest erzählt seine eigene Geschichte und bietet dir die Gelegenheit, innezuhalten, zu feiern und dich neu auszurichten.
Du musst nicht alle acht Feste begehen, um etwas davon zu haben. Fang mit dem an, das als nächstes kommt, zünde eine Kerze an und lass einen Duft den Moment markieren. Der Rest des Rades dreht sich von allein weiter.









