Mabon 2026: 5 Rituale zur Herbst-Tagundnachtgleiche
Was Mabon wirklich ist und wie du den 23. September begehst
- 1.Mabon im Jahreskreis: eine Schwelle ins Innere
- 2.Ist Mabon ein keltisches Fest?
- 3.Mabon-Ritual: Dankbarkeit und Loslassen
- 3.11. Der Dankbarkeitsspaziergang
- 3.22. Der Mabon-Altar
- 3.33. Die Räucherung
- 3.44. Das Loslass-Blatt
- 3.55. Das Teilen der Ernte
- 4.Räuchern zu Mabon: Kräuter und Harz für Gleichgewicht
- 5.Mabon, Erntedank und Herbstanfang: was ist was?
- 6.Balance und Übergang: ein leiser Anfang
Wenn der Herbst die Wälder färbt und die Tage spürbar kürzer werden, nähert sich ein stiller, kraftvoller Moment im Jahreskreis: Mabon. An der Herbst-Tagundnachtgleiche stehen Licht und Dunkel im Gleichgewicht, außen wie innen.
Die Felder sind weitgehend geleert, der Sommer zieht sich zurück. Und vielleicht spürst auch du: jetzt ist die Zeit für Dankbarkeit, für Einkehr, für das Fest der Balance.
Wir zeigen dir auf dieser Seite, wann Mabon genau fällt, fünf Rituale, die ohne Vorbereitung funktionieren, die sieben Zutaten unserer Mabon-Mischung und eine ehrliche Antwort auf die Frage, woher der Name eigentlich kommt.
Unsere komplette Anleitung für dein Mabon-Ritual, in sechs Schritten zum Ausdrucken und Mitnehmen.
Mabon im Jahreskreis: eine Schwelle ins Innere
Mabon liegt zwischen Lughnasadh am 1. August und Samhain am 31. Oktober. Genau dort, wo der Wandel spürbar wird. In der heutigen Praxis gilt es als das zweite von drei Erntefesten und als Schwelle: zwischen Sommer und Winter, zwischen Außen und Innen.
Während Lughnasadh die sichtbare Fülle feiert, lädt Mabon dich ein, nach innen zu lauschen. Der Ausgleich der Kräfte schenkt dir Raum für Rückschau und für den bewussten Übergang in die dunklere Jahreshälfte.

Der Termin richtet sich nach dem Sonnenstand, nicht nach dem Kalender. Deshalb wandert er zwischen dem 22. und dem 23. September. Auf den 21. September fällt er in diesem Jahrzehnt kein einziges Mal.
Jahr | Datum | Uhrzeit (MESZ) |
|---|---|---|
2026 | 23. September | 02:05 Uhr |
2027 | 23. September | 08:01 Uhr |
2028 | 22. September | 13:45 Uhr |
2029 | 22. September | 19:38 Uhr |
Zeiten für Deutschland. Gefeiert wird meist am Abend davor oder am Tag selbst.
Wo Mabon im Verhältnis zu den anderen sieben Festen steht, liest du in unserer Übersicht zu den acht Jahreskreisfesten.
Ist Mabon ein keltisches Fest?
Kurz gesagt: nein. Und anders als bei den meisten Jahreskreisfesten ist die Antwort hier sogar ziemlich eindeutig.
Der Name ist keine Überlieferung, sondern eine Wahl. Der Wicca-Autor Aidan Kelly prägte ihn um 1970. Er entlieh ihn Mabon ap Modron, einer Gestalt aus der walisischen Mythologie: dem „göttlichen Kind", das drei Nächte nach seiner Geburt entführt und in Caer Loyw gefangen gehalten wurde, bis Artus' Gefährten es befreiten.
Mit Ernte, Herbst oder Tagundnachtgleiche hat diese Figur nichts zu tun. Wer heute den deutschen Wikipedia-Artikel „Mabon" aufruft, landet genau dort: bei der Sagengestalt, nicht bei einem Fest.
Und die Kelten selbst?
Historisch belegt sind vier gälische Feste: Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain. Die Tagundnachtgleichen gehören nicht dazu. Der Jahreskreis mit acht Speichen entstand um 1958 in Gerald Gardners Coven, als die vier Sonnenfeste zu den vier gälischen dazukamen. Dieselbe Geschichte steckt hinter Litha, dem Fest der Sommersonnenwende.
Wie spricht man es aus?
Im Walisischen klingt es etwa wie „Máh-bon", mit Betonung auf der ersten Silbe und einem offenen a.
Weniger wert ist das Fest deshalb nicht. Die Tagundnachtgleiche ist ein realer astronomischer Moment, den Menschen seit Jahrtausenden beobachten, und der Wunsch, ihn bewusst zu begehen, ist echt. Wir erzählen die Geschichte nur so, wie sie sich belegen lässt.
Mabon-Ritual: Dankbarkeit und Loslassen
Mabon ist kein lautes Fest. Diese fünf Rituale brauchen deshalb weder Ausrüstung noch Publikum, nur eine Stunde Zeit.
Der passende Zeitpunkt ist der Abend vor der Tagundnachtgleiche oder der Tag selbst. Wer am 23. September nicht kann, feiert am Wochenende danach: Mabon ist ein Übergang und kein Stichtag, und die Stimmung trägt die ganze Woche.
1. Der Dankbarkeitsspaziergang
Geh durch raschelndes Laub, ohne Ziel und ohne Kopfhörer. Sammle unterwegs auf, was dir auffällt: eine Kastanie, ein besonders gefärbtes Blatt, eine Hagebutte. Nicht um es zu besitzen, sondern um es zu würdigen. Zu Hause legst du die Fundstücke auf deinen Altar.
2. Der Mabon-Altar
Ein Tuch in Rostrot, Gold oder tiefem Braun auf Fensterbank oder Tisch. Darauf kommen deine Fundstücke, ein Apfel, eine Handvoll Nüsse, ein paar Ähren und eine Kerze. Stell zwei gleich große Schalen dazu, eine leer und eine gefüllt: sie zeigen das Gleichgewicht von Tag und Nacht, um das es an diesem Tag geht. Der Altar bleibt bis Ende Oktober stehen und wandert mit der Jahreszeit: was welk wird, kommt raus, was du unterwegs findest, kommt dazu. So begleitet er dich bis Samhain.

3. Die Räucherung
Entzünde deine Mabon-Mischung und lass den Rauch zuerst um dich selbst und dann durch die Räume ziehen, besonders in die Ecken und dorthin, wo du dich viel aufhältst. Die ausführliche Fassung in sechs Schritten steht in der PDF-Anleitung weiter oben.
4. Das Loslass-Blatt
Schreib auf ein Blatt, wofür du in diesem Jahr dankbar bist, und auf die Rückseite, was gehen darf. Verbrenne es achtsam in einem feuerfesten Gefäß. Der Rauch trägt beides fort.
5. Das Teilen der Ernte
Gib an diesem Tag etwas weiter: eingekochtes Obst an die Nachbarn, Äpfel ins Büro, ein Glas Marmelade an jemanden, der gerade wenig hat. Erntefeste waren immer auch Verteilfeste. Von allen fünf Ritualen ist das hier das einzige, das jemand anderes merkt.
Wenn du dein Räucherwerk selbst binden möchtest, führt dich unser Beitrag zum Räucherbündel selber machen durch jeden Schritt.
Räuchern zu Mabon: Kräuter und Harz für Gleichgewicht
Zu Mabon darf der Duft warm, harzig und erdig sein, nicht mehr leicht und blumig wie im Sommer. Unsere Räuchermischung Mabon besteht aus sieben Bestandteilen.
Zutat | Was sie beiträgt |
|---|---|
Zedernnadeln | Warm und harzig, das Rückgrat der Mischung |
Fichtenharz | Trägt den Duft und bringt eine tiefe Waldnote |
Holunderbeeren | Die Frucht der späten Ernte, im Brauchtum als Schutzpflanze geführt |
Wacholderbeeren | Herb und klärend, eines der ältesten Räucherwerke Mitteleuropas |
Wacholderspitzen | Die jungen Triebe, frischer und grüner als die Beeren |
Beifuß | Das klassische Schwellenkraut, traditionell an Übergängen verwendet |
Hopfenblüten | Weich und ruhig im Duft, passt zur Einkehr der dunklen Jahreshälfte |
Alle sieben bauen wir in unserer Bio-Gärtnerei an oder beziehen sie von zertifizierten Händlern.


Räuchermischung

Räucherharz
Die Technik unterscheidet sich nicht von anderen Anlässen: Kohle anzünden, durchglühen lassen, eine kleine Menge auflegen. Wenn du damit noch nie gearbeitet hast, führt dich unser Beitrag dazu, wie du richtig räucherst, durch jeden einzelnen Schritt. Was den einzelnen Kräutern traditionell zugeschrieben wird, steht in unserer Übersicht zur Wirkung der Räucherkräuter.
Mabon, Erntedank und Herbstanfang: was ist was?
Drei Begriffe fallen im September durcheinander. Sie meinen dasselbe Wetter, aber nicht dasselbe Fest.
Der Herbstanfang
Ein Kalenderdatum, und davon gibt es gleich drei. Astronomisch beginnt der Herbst mit der Tagundnachtgleiche, also 2026 am 23. September. Der Deutsche Wetterdienst rechnet für seine Statistik anders und lässt den meteorologischen Herbst immer am 1. September beginnen. Und dann gibt es noch den phänologischen Herbst, der sich nicht nach dem Kalender richtet, sondern nach den Pflanzen: er beginnt im langjährigen Mittel um den 21. August, sobald die Holunderbeeren schwarz am Strauch hängen. Genau diese Beeren stecken übrigens in unserer Mabon-Mischung.
Erntedank
Ein christliches Fest mit eigenen, gut belegten Wurzeln. In Deutschland wird es meist am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, 2026 also am 4. Oktober, in den Kirchen mit Erntekrone und Gaben am Altar. Diesen Termin legte die Deutsche Bischofskonferenz 1972 fest, verbindlich ist er allerdings nicht. Mit Mabon hat das Fest nichts zu tun.
Mabon
Der Name, den die moderne Jahreskreis-Praxis der Tagundnachtgleiche gegeben hat. Kein Kalenderdatum, kein Kirchenfest, sondern ein persönliches Innehalten am Tag des Gleichgewichts.
Wer die Ernte im eigenen Beet feiern will, findet Saatgut und Herbstpflanzen bei unserer Schwestermarke Beetliebe.
Balance und Übergang: ein leiser Anfang
Mabon ist ein Innehalten, ein Lauschen, eine liebevolle Rückschau. Es steht für Balance, für Reife und für den bewussten Schritt nach innen.

Feiere diesen Moment so, wie es für dich stimmig ist: mit einem Räucherritual, einer Tasse Kräutertee, einer Kerze oder einfach mit Dankbarkeit im Herzen. Die dunkle Zeit beginnt, und du darfst ihr mit Klarheit begegnen.


Räucherfrucht


Räucherkraut
Und wenn das Rad sich weiterdreht, wartet mit Samhain das Fest, an dem die dunkle Jahreshälfte richtig beginnt.
Merkmal | Mabon |
|---|---|
Datum 2026 | 23. September, 02:05 Uhr MESZ |
Andere Namen | Herbst-Tagundnachtgleiche, Herbstäquinoktium |
Farben | Rostrot, Gold, Braun, tiefes Orange |
Symbole | Waage, Apfel, Nuss, Ähre, Füllhorn |
Kräuter | Zedernnadeln, Fichtenharz, Holunderbeeren, Wacholderbeeren, Wacholderspitzen, Beifuß, Hopfenblüten |
Themen | Gleichgewicht, Dankbarkeit, Ernte, Loslassen |
Herkunft des Namens | Walisische Mythologie, für das Fest um 1970 geprägt |
Alles für dein Mabon-Ritual, von der fertigen Mischung bis zu den einzelnen Zutaten, findest du in unserer Mabon-Auswahl im Shop.











